und allabendlich grüßen die Murmeltiere {#igotyoubabe}

Dienstag, 29. September 2015


Zum Tagesabschluss, wenn beide Kinder nach dem obligatorischen Waschgang im Schlafanzug stecken, gibt es bei Familie Pocoloco ein festes Ritual. Nur in absoluten Notfällen darf davon abgewichen werden wenn z.B. beide Elternteile gleichzeitig Magen-Darm-Grippe haben oder auf Grund von Feierlichkeiten eine gewisse Tageszeit deutlich überschritten wurde.
Obwohl beide die Antwort bereits kennen und eine
Verneinung unter gar keinen Umständen geduldet werden würde kommt vor dem Zubettgehen die immer gleich lautende Frage: "Papa, liest du uns noch eine Geschichte vor?" Wenn das positiv beantwortet wurde, folgt die Verabschiedungszeremonie mit mir. Ganz wichtig dabei: die unendlich vielen Handküsse beim Verlassen des Kinderzimmers niemals vergessen, sonst gibt es einen Fehler in der Kindesmatrix!
Dann einigt man sich zu dritt auf den Lesestoff bzw. erinnert den großen Herrn P. an das Beenden der angefangenen Geschichte vom Vorabend. Mal werden "handfeste" Bücher vorgelesen, mal ebooks. Viel leihen wir aus der ortsansässigen Bücherei aus.


Wenn sich das schlafwillige Volk in die untere Etage des Hochbetts vom kleinen Herrn P. gekuschelt hat geht es dann los. Papa liest voller Hingabe (auch gern mal eine Geschichte zum vierten mal in Folge) vor und die beiden schlaftrunkenen Kinder hören mehr (der Sohn) oder weniger (das Tochterkind) gut zu.
Es ist nicht immer ein Segen, dieses Ritual jeden Abend aufs Gleiche motiviert und geduldig durchzuziehen, weil die Aufmerksamkeit der beiden oft schon gegen Null geht. ABER: ich möchte behaupten, dass keiner von den Dreien diesen Tagesabschluss missen möchte. 
Manchmal kommt es vor, dass ich vorlesen darf und dann wird mir oft bewusst, dass diese Dreisamkeit irgendwann einmal vorbei ist.


Wenn der kleine Herr P. erstmal lesen kann, mag er vielleicht lieber alleine in die Welt der Piraten, Baumhausbewohner oder Drachenjäger eintauchen. 
Bis dahin aber freue ich mich über jeden Leseeinsatz der mir gewährt wird und genieße das abschließende Kuscheln mit den Rabauken bevor das Licht ausgeschaltet wird und es plötzlich ganz ruhig im Haus ist.



Quellenangaben
Schnitt: Raglanshirt aus Ottobre 4/2015, Schlafanzughose nach Minikrea 30303
Material: Jersey "lille munkelus" und Bündchen glatt grün von Lillestoff und uni dunkelblau von Stoffberge.
linked@ creadienstag, handmadeontuesday, dienstagsdinge, mykidwears, kiddikram
 

Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Ritual. Ja, das brauchen die Kids und so war es bei uns auch - JEDEN Abend (außer die genannten Ausnahmen). Immer die gleichen Geschichten und wehe, man hat beim Vorlesen nur einen Satz weggelassen. Das wurde sofort bemerkt und reklamiert. Da war nix mit abkürzen und so ;-)
    Behaltet es bei, solange es geht. Es ist sooooo schön und wichtig.
    Unsere liest jetzt schon lange selbst mit bald 14. Als es anfing, hat sie uns dann stundenlang vorgelesen. Wie mußten aufpassen, daß wir nicht einnicken ;-) Jetzt heißt es: Achtung - abends Licht aus nicht vergessen.

    LG Bärbel

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    1. Ach ja, an diese "jetzt aber mal Feierabend, bitte mach das Licht aus"- Ermahnungen meiner Eltern erinnere ich mich auch gut ;-)
      Vielen Dank für deinen Kommentar

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  2. Das hast Du toll geschrieben!
    Euer Ritual ist dem unseren identisch 😊
    Vlg
    Maren

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    1. Danke Maren, ich habe direkt mal ein paar Tipps aus dem Workshop versucht umzusetzen, auch wenn ich den Post direkt veröffentlicht habe...
      Liebe Grüße zurück

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  3. oh, ja, dieses ritual hat uns ewig begleitet. nun, da alle drei in der schule sind, hat es sich natürlich reduziert, dafür genieße ich das cool-down der drei (sie schlafen - noch - alle drei in einem zimmer), wenn jeder in seinem bettchen liegt und die letzte halbe stunde vorm licht-aus noch in seinem buch schmökert. naturgemäß kommt der jüngste hin und wieder noch an und dann wird vorgelesen - noch vor der halbstündlichen bett-lesezeit - denn auf die wollen sie ganz und gar nicht verzichten... und weißt du was... schön langsam trudeln dann der 9jährige und die 11jährige auch ein und quetschen sich mit aufs sofa... :-)
    lg kathrin

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    1. ohhhh das hört sich nach tollen Abenden an und macht mir Mut, dass sich so schnell an dem Bedarf des täglichen Vorlesens nichts ändert ;-)
      Liebe Grüße

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